Wie angekündigt, hat SCO dem Technologiekonzern IBM gestern alle Rechte an Unix und der Verwendung im Unix-Derivat AIX entzogen. Ob dies mit der Unix-System-5-Lizenz überhaupt geht, die IBM 1985 mit AT&T abgeschlossen hatte, bezweifelt die Branche. Das System ging 1995 nach mehreren Zwischenstationen weitgehend in den Besitz von SCO über. Nun hat SCO eine einstweilige Verfügung gegen IBM erwirkt - und die Schadensersatzforderungen auf drei Milliarden Dollar erhöht.
SCO verlangt von Big Blue die Löschung aller Kopien des Unix System 5 sowie die Einstellung des AIX-Vertriebes. IBM geht nicht auf die Forderungen ein: Die mit AT&T geschlossenen Verträge können nicht aufgehoben werden, hieß es.
SCO will seine Klagen zum Thema Linux, das angeblich ein geklontes Unix ist, auf ein weiteres großes Software-Unternehmen in Nordamerika ausweiten. Man denke an Klagen gegen Red Hat und SuSE, "weil diese Unternehmen unsere Verträge verletzten", so ein SCO-Sprecher. Gegen Sun Microsystems wolle man nicht vorgehen, der Konzern soll in den letzten Jahren über 100 Millionen Dollar für Lizenzen bezahlt haben und besitze daher mehr Rechte an UNIX als jeder andere.
Gegen alle 1.500 Unternehmen, die SCO bereits vor Wochen wegen Verwendung der Open-Source Software Linux abgemahnt hatte, soll dagegen im nächsten Monat juristisch vorgegangen werden.